Uber geht an die Börse

Uber ist nun an der Börse notiert.
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Nur wenige Start-ups haben in den vergangenen Jahren so viel Aufmerksamkeit erhalten wie das US-Unternehmen Uber. Die Geschäftsidee ist einfach erklärt: Uber bietet eine App für Smartphones an. Über diese können Kunden einen Wagen samt Fahrer bestellen. Mitmachen kann im Prinzip jeder, der ein Fahrzeug besitzt und Personen transportieren möchte. Damit steht Uber in Konkurrenz zu Taxi-Unternehmen – was für Aufsehen und zahlreiche Klagen gesorgt hat. Dass Uber auch mit Taxi-Firmen kooperiert, hat die Problematik nicht beseitigt. Nun ist Uber an die Börse gegangen – eine Entwicklung, die nicht frei von Schwierigkeiten ist. 

Ungeachtet von Aktienkursen und Protesten: Uber ist ein einfacher Weg, um von A nach B zu kommen. Und während Sie gefahren werden, können Sie in Ruhe Ihre E-Mails checken, Freunde anrufen oder im Online-Casino Roulette oder Poker spielen

Und dann kam Uber

Uber wurde 2009 in San Francisco gegründet. Ursprünglich als Limousinenservice gedacht, kam bald die Idee, Privatpersonen als Fahrer einzubinden. Auf diesem Weg konnte Uber schnell ein internationales Netzwerk an Fahrern generieren und gleichzeitig die Personalkosten niedrig halten: Wer für Uber fährt, wird nach Fahrten bezahlt. Der Konzern verdient über eine Provision an den Einnahmen. Bereits 2016 war das Unternehmen in 471 Städten vertreten. In Deutschland waren dies München, Frankfurt am Main, Hamburg, Berlin und Düsseldorf. International ist Uber mittlerweile in fast jedem Land vertreten. Sogar Australien und Südkorea haben eigene Uber-Fahrer. 

Taxidienste waren nur der Anfang

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Mittlerweile hat Uber sein Portfolio massiv erweitert. So bietet der Konzern auch Lieferdienste an. Diese reichen vom Pizza-Service bis zum Frachttransport. Mit Erfolg: Seit 2017 übernimmt Uber Lieferfahrten für McDonalds. Hinzu kommen geschäftliche Fahrten, beispielsweise zum Flughafen. Auch Krankentransporte sind heute Teil des Programms. 

In Deutschland stößt Uber regelmäßig auf Widerstand. So entschieden die Gerichte in Hamburg und Berlin gegen das Unternehmen. Auch in München schlägt dem Konzern Widerstand entgegen. Nichtsdestotrotz gibt das Unternehmen nicht auf. So startete es im Mai 2018 seine erste Flotte mit Elektrofahrzeugen in Deutschland. 

Die Zukunft der Personenbeförderung?

Man kann bezüglich Uber geteilter Meinung sein. Eines ist unstrittig: Der Konzern besitzt eine gewaltige Innovationskraft. So feilt er zusammen mit der NASA an einem Mini-Hubschrauber, der in den Städten Personen befördern soll. Auch wenn die Kosten das Budget der meisten Personen übersteigen dürften, ist es doch ein Fingerzeig in Richtung Zukunft – insbesondere, wenn dabei umweltfreundliche Antriebstechnologien zum Einsatz kommen. Es stellt sich die Frage, welche Rolle Uber auf Dauer einnehmen wird: vom Pionier zum Marktführer? Oder wird die Firma als das Unternehmen enden, das die Entwicklung anstieß, aber letztlich den Markt anderen überlassen musste?

Kritiker sehen Uber in einer ähnlichen Rolle wie Tesla: Beide Unternehmen sind Vorreiter, verdienen aber kein Geld, so die allgemeine Aussage. Umgekehrt: Gab es nicht einst dieses Unternehmen, das von allen nur belächelt wurde und dann die Welt eroberte? Sein Name ist Facebook. Oder der Elektronik-Konzern, über dem bereits der Pleitegeier kreiste, als er wie der Phönix aus der Asche auferstand: Apple! Totgesagte leben länger. Im Fall von Uber ist die nächste Runde eingeläutet: Der Konzern ging dieses Jahr an die Börse. 

Uber und der Börsengang

Die beste Empfehlung: Ruhe bewahren!
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Ein Börsengang birgt Chancen und Risiken. Er versorgt Unternehmen mit Geld. Dieses kann immenses Wachstum ermöglichen. Zugleich kann es Entwicklungen finanzieren, die anders nicht zu stemmen wären. Dies passt zu Ubers ehrgeizigen Zukunftsplänen mit Elektrofahrzeugen und Mini-Helikoptern. Zugleich macht es ein Unternehmen verwundbar. Es muss mit Investoren zurechtkommen, die launisch sein können. Ganz zu schweigen vom Markt, der Börsenkurse steigen, aber auch fallen lässt. 

Im Fall von Uber war der Start holprig. Ursprünglich mit 120 Milliarden Dollar bewertet, fiel der Wert in kurzer Zeit auf die Hälfte. Die Aktien wurden mit 45 Dollar ausgegeben. Mittlerweile ist ihr Kurs auf 37 Dollar gefallen. Manche bezeichnen das Unternehmen bereits als Geldvernichter. Aber ist dem wirklich so?

Für Prognosen ist es noch zu früh

Facebook wurde einst ähnlich betrachtet. Auch hier fielen die Aktien zuerst, um schließlich auf den vierfachen Wert des Ausgabepreises zu klettern. Für Panik (oder Schadenfreude) ist es noch zu früh. Uber wurde eingeschätzt. Dies ist reine Spekulation. Nun geht es darum, dass der Kurswert eine realistische Größe erreicht. Von dort wird sich zeigen, wohin die Reise geht – für Uber, aber auch für die Kurswerte.

Welche Auswirkungen hat dies auf uns?

Der Schritt an die Börse wird Veränderungen nach sich ziehen. Dies kann, muss aber nicht bedeuten, dass die Preise für Endkunden steigen werden. Hier gilt es, abzuwarten. Sich gleich jetzt mit Aktien einzudecken, könnte ein Fehler sein. Zuerst muss sich herausstellen, wo die Aktie landen wird. Sollte sie noch weiter fallen, ist dies grundsätzlich in Ordnung. Wenn der realistische Wert tiefer liegt als im Moment, wird die Talfahrt ein Ende nehmen. Dann könnte es ein guter Zeitpunkt sein, um einzusteigen. Da die Zukunft von Uber noch davon abhängt, ob die Gerichte alles erlauben, was der Konzern plant, bleibt es auch danach ein Glücksspiel. Was nicht heißt, dass Anleger nicht mit Uber reich werden können. Es bleibt spannend!