Fünf der größten Transferfehler

Top Five Football Transfer Mistakes
Quelle: Pixabay

Im modernen Fußball spielt Geld die Hauptrolle. Die Vereine streben danach, immer mehr Gewinn zu machen, die Gehälter der Spieler steigen stetig an und Verbände, Sponsoren und Berater wollen auch von der riesigen Popularität des Fußballs profitieren. Selbst die Fans haben durch Sportwetten die Möglichkeit, die Kosten für ihre Stadiontickets zurückzugewinnen. Wer nichts davon versteht, kann stattdessen Casino Spiele zum Aufbessern der Haushaltskasse nutzen. Wie ein eigenes Glücksspiel sind die Transferaktivitäten der Fußballclubs. Es geht darum, gute Spieler für wenig Geld zu kaufen und möglichst beim Verein zu halten, damit die Mannschaft konkurrenzfähig bleibt. Manchen Managern gelingt dies in beeindruckender Regelmäßigkeit, andere haben sich geradezu historische Fehlurteile geleistet. Hier sind fünf der schlimmsten Transfer-Fehler aller Zeiten.

1. José Mourinho will Kevin De Bruyne nicht

Im Februar 2012 kaufte der FC Chelsea einen vielversprechenden jungen Fußballer aus Belgien. Kevin De Bruyne, damals 20 Jahre alt, hatte zuvor bei KRC Genk für Furore gesorgt und war den Londonern immerhin acht Millionen Euro wert. Doch statt für Chelsea aufzulaufen, verlieh ihn der Verein erst einmal – zunächst an Genk, dann an Werder Bremen. Bei den Norddeutschen schoss De Bryune zehn Tore in 33 Partien in der Bundesliga, was ihn eigentlich zum Stammspieler in London hätte machen müssen. Stattdessen saß der Belgier in der Saison 2013/2014 fast ausschließlich auf der Bank. Für De Bruyne war dies Grund genug, den damaligen Trainer des FC Chelsea um die Freigabe zu bitten. Der Mann, der damals bei den Londonern das Sagen hatte, war José Mourinho – immerhin zweifacher Champions-League-Sieger mit dem FC Porto und Inter Mailand. Der Portugiese hätte also durchaus genug Fußballverstand haben müssen, um das Talent von De Bruyne zu erkennen. Stattdessen ließ er ihn im Januar 2014 für 22 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg gehen. Mit diesem gewann De Bruyne im Sommer 2015 den DFB-Pokal und die deutsche Vizemeisterschaft. Anschließend wechselte er zu Manchester City. Kostenpunkt: 75 Millionen Euro. Damit ist De Bruyne der teuerste Spieler, der je die Bundesliga verließ, und einer der teuersten Spieler der Welt. Mit den Engländern wurde er 2018 Meister, mit der belgischen Nationalmannschaft belegte er im gleichen Jahr bei der WM den dritten Platz.

2. Kaká wird zur Enttäuschung

Im Sommer 2007 gewann der AC Mailand die Champions League. Einer der wichtigsten Spieler der Mannschaft war der Brasilianer Kaká. Nachdem sein Club in der darauffolgenden Saison nur auf Platz fünf in der italienischen Liga landete, stand ein Wechsel des Ausnahmefußballers im Raum. Angeblich bot Manchester City rund 130 Millionen Euro, allerdings kam der Transfer nicht zustande. Stattdessen ging Kaká im Sommer 2009 zu Real Madrid, das 65 Millionen Euro für den Brasilianer auf den Tisch legte. Damit begannen vier Jahre, in denen der Spieler die riesigen Erwartungen der Spanier nicht erfüllte. Wegen Verletzungen war er in den ersten beiden Saisons nur bedingt einsatzfähig, anschließend waren Mittelfeldspieler wie Ángel di María und Mesut Özil besser als er. Nachdem die Madrilenen mehrfach versucht hatten, Kaká loszuwerden, ging dieser im Sommer 2013 ablösefrei wieder zum AC Mailand.

3. Manchester United holt Paul Pogba zurück

Paul Pogba kam 2009 mit 16 Jahren zu Manchester United. Bei den Profis setzte er sich jedoch nicht durch, weshalb er im Sommer 2012 ablösefrei zu Juventus Turin ging. Mit den Italienern holte der Franzose vier Meisterschaften, zwei nationale Pokale und stand zudem 2015 im Finale der Champions League. Zahlreiche Clubs hatten ihn daraufhin auf der Einkaufsliste – unter ihnen sein alter Club Manchester United. So kam es, wie es kommen musste: Pogba wechselte im Sommer 2016 zurück zu den Engländern, die für ihn 105 Millionen Euro zahlten. Damit wurde der Franzose zum teuersten Spieler aller Zeiten, und in Manchester wird man sich geärgert haben, dass man ihn vier Jahre zuvor überhaupt gehen ließ.

4. Die Bayern schicken Toni Kroos weg

Im Sommer 2013 war der FC Bayern München an der europäischen Spitze angekommen. Er hatte gegen Borussia Dortmund die Champions League gewonnen und dank Meisterschaft und DFB-Pokal das Triple perfekt gemacht. Einer der entscheidenden Spieler der Bayern zu dieser Zeit war der Mittelfeldmotor Toni Kroos, der noch dazu mit Deutschland 2014 die Weltmeisterschaft gewann. Nach seiner Rückkehr nach München verhandelte Kroos mit den Vereinsbossen über einen neuen Vertrag, allerdings konnten sie sich nicht auf ein neues Arbeitspapier einigen. Also wechselte Kroos noch im Sommer 2014 zu Real Madrid, das 30 Millionen Euro für den deutschen Weltmeister bezahlte. Dass die Bayern einen Fehler damit gemacht haben, Kroos gehen zu lassen, zeigt ein Blick auf das Online-Portal transfermarkt.de. Dort wird der Wert des Mittelfeldspielers inzwischen auf 80 Millionen Euro taxiert – mehr als jeder Münchner Spieler wert ist.

5. Fallende Form bei James Rodríguez

Bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien schoss der Kolumbianer James Rodríguez sechs Tore und wurde damit zum besten Schützen des Turniers. Mit einem solchen Spieler wollte sich Real Madrid gerne schmücken und kaufte ihn nach der WM dem AS Monaco für 75 Millionen Euro ab. In seiner ersten Saison in Spanien war Rodríguez noch überzeugend und schoss 13 Tore in 29 Ligaspielen. Anschließend fiel seine Quote jedoch rapide. Deshalb beschlossen die Madrilenen im Sommer 2017, den Spieler an Bayern München zu verleihen. Die Gebühr betrug 13 Millionen Euro. Ob der deutsche Rekordmeister die Kaufoption über 42 Millionen Euro zieht, steht noch nicht fest.