Haben wir etwa Außerirdische entdeckt?

Organisms from Saturn found on earth

In den meisten Science-Fiction-Filmen tauchen diverse außerirdische Lebensformen auf. Von den meist humanoid anmutenden Außerirdischen in Star Trek über die sehr viel weniger liebenswerten xenomorphen Kreaturen aus dem Aliens-Universum bis zu den komischen kleinen grünen Männchen, die die Walzen beliebter Casinospiele schmücken, tummeln sich in der Welt von Hollywood massenweise extraterrestrische Lebensformen. Im wahren Leben bekommt man Außerirdische allerdings nicht so leicht zu Gesicht, was natürlich auch keine wirkliche Überraschung ist, wenn man die Größe des Universums bedenkt.

Jetzt hat sich aber herausgestellt, dass wir vielleicht schon längst auf außerirdische Lebensformen gestoßen sind, und zwar viel näher an unserem Heimatplaneten, als wir uns bisher erhofft hätten. Die fraglichen Außerirdischen sind natürlich nicht so charakteristisch in ihrer Erscheinung wie Klingonen oder Xenomorphe. Sie sind vielmehr mikroskopisch klein –  nichtsdestotrotz außerirdisch, da sie von einem Saturnmond stammen.

Mikroben auf dem Enceladus?

Der Enceladus gehört zu den Saturnmonden und Wissenschaftler haben hoffnungsfroh bekanntgegeben, dass auf seiner Oberfläche möglicherweise außerirdisches Leben existiere. Oder präziser gesagt: auf dem Grund seiner Meere. Die Tatsache, dass es auf diesem Mond Wasser in flüssiger Form gibt, ist schon erstaunlich genug, auch wenn das Wasser von einer riesigen Eiskruste bedeckt ist. Da aber Wasser eine Grundvoraussetzung für Leben ist, haben die Wissenschaftler Freudentänze aufgeführt, als sie auf dem Enceladus Wasser entdeckten.

Sehr schnell kamen Spekulationen auf, dass es auf dem Enceladus eine Mikrobe geben könnte, die sich von Methan ernährt, da der Mond über reichhaltige Methanvorkommen verfügt. Wie man auf eine solche Idee kommt? Ganz einfach: Auf der Erde gibt es solche Mikroben und diese könnten ebenso gut munter auf dem Enceladus leben. Aber kann das tatsächlich sein?

Ein methanogenes Archaeon

Im Okinawa-Trog in der Nähe von Japan entdeckte man in einem Kilometer Tiefe Methanothermococcus okinawensis. Die Mikrobe ist so seltsam und widerspricht so vielen Annahmen über das Leben, dass sich Wissenschaftler auf der ganzen Welt den Kopf über sie zerbrechen. Die Mikrobe hat nicht nur unter Bedingungen überlebt, die bis vor Kurzen noch als absolut lebensfeindlich galten, sie gedeiht unter diesen sogar ausgesprochen prächtig.

Vergleicht man nun die Lebensbedingungen auf der Erde, unter denen diese Mikrobe überlebt hat, mit den Bedingungen auf dem Enceladus, muss man nur noch eins und eins zusammenzählen, um zu dem offensichtlichen Schluss zu kommen: Es ist möglich, dass auf dem Enceladus außerirdisches Leben existiert. Zwar sprechen wir hier nicht von so interessanten Lebensformen, wie wir sie aus Science-Fiction-Filmen kennen, nichtsdestotrotz aber von außerirdischem Leben.

Dabei muss man auch immer im Hinterkopf behalten, dass es sich hier nicht nur um Spekulation handelt, sondern dass die Bedingungen auf dem Enceladus tatsächlich die Existenz einer Mikrobe möglich machen, die dem methanogenen Archaeon vor der Küste Japans ähnelt.

Gibt es also tatsächlich Außerirdische?

Zum jetzigen Zeitpunkt ist das alles reine Vermutung. Es gibt keinen gesicherten Nachweis für außerirdisches Leben auf dem Enceladus, nur Indizien, die vermuten lassen, dass es solches geben könnte. Es müsste eine Sonde mit dem ausdrücklichen Ziel auf den Saturnmond geschickt werden, die Mikrobe zu finden, die wahrscheinlich auf dem Grund der riesigen Meere dieses Mondes lebt. Wird diese Mission stattfinden? Vielleicht, aber wahrscheinlich nicht in absehbarer Zeit.

Eine Mission dieses Ausmaßes wäre nicht nur unglaublich teuer, sondern auch sehr kompliziert und schwierig. Außerdem sind bereits so viele Weltraumprojekte am Laufen, dass der NASA und anderen Organisationen dafür einfach nicht genug Zeit und Ressourcen zur Verfügung stehen.

Und es besteht natürlich die reale Gefahr, dass bei einer solch teuren Mission nichts herauskommt und sich das ganze Unternehmen einfach nur als wahnsinnig teurer Fehlschlag herausstellt.

Was aber, wenn es tatsächlich außerirdisches Leben gibt?

Was aber, wenn es diese Mikrobe auf dem Saturnmond tatsächlich gibt? Simon Rittmann, Professor an der Universität Wien in Österreich hat sich zu diesem Thema so seine Gedanken gemacht. Seiner Meinung nach sei es zwar unglaublich spannend, dass Methanothermococcus okinawensis die Hypothese der Wissenschaftler unterstütze, man müsse aber davon ausgehen, dass die außerirdische Form dieser Mikrobe vollkommen anders wäre, selbst wenn sich beide Mikroben in einigen Punkten ähneln sollten.

Da die Lebensbedingungen auf dem Mond und auf der Erde so extrem unterschiedlich seien, müsste sich auch die Mikrobe auf dem Saturnmond in jeder Hinsicht sehr von der Mikrobe auf der Erde unterscheiden. Abschließend betont Rittmann, wie unglaublich wichtig es sei, einen solchen außerirdischen Organismus zu finden und ihn zu erforschen, aber dass das zum jetzigen Zeitpunkt immer noch reines Wunschdenken sei. In Zukunft könnte es jedoch immer besser möglich sein, außerirdischem Leben auf die Spur zu kommen.

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