Ein näherer Blick auf die Wilderei und den Handel mit Rhinozeros-Horn

Ein Nashorn in Gefahr

Die meisten werden zustimmen, dass der Naturschutz ernst genommen werden muss. Und in den meisten Fällen wurde die illegale Wilderei von Tieren zumindest teilweise unter Kontrolle gebracht. Ein Bereich der illegalen Wilderei, der immer noch ein großes Problem ist, ist die Nashorn-Wilderei. In Südafrika, wo etwa 80% aller Nashörner leben, droht die Situation zu kippen, und das Ergebnis wäre das totale Aussterben der Spezies in freier Wildbahn.

Aber die Situation ist nicht so klar, wie es zunächst scheinen mag. Rund um den illegalen Nashornhandel hat sich ein kompliziertes Netz aufgebaut und es zu durchschauen kann schwierig sein, denn es ist viel komplexer als zum Beispiel eine Blackjack-Strategie. Sogar diejenigen, die direkt mit der Bekämpfung des illegalen Handels mit Rhinozeros-Horn beauftragt sind, verstehen nicht alle vertrackten Aspekte.

Ein Handel, der in Südafrika legal ist

Es sollte zuerst daran erinnert werden, dass der Handel mit Rhinozeros-Horn innerhalb der Grenzen Südafrikas legal ist. Viele sind sich dessen nicht bewusst, aber es ist tatsächlich so. Der Handel mit Rhinozeros-Horn wurde im Jahr 2009 für viele Jahre verboten. Dies war eine Reaktion auf den grassierenden illegalen Handel mit Rhinozeros-Horn, der in den frühen 2000er Jahren auftrat. Die Hauptursache für den illegalen Handel war der hohe Wert von Rhinozeros-Horn in asiatischen Ländern, wo die Hörner für medizinische und dekorative Zwecke verwendet werden.

Im Jahr 2009 wurde in Südafrika ein Moratorium für Rhinozeros-Hörner verhängt und die Regierung hoffte, den illegalen Handel im Inland auf diese Weise zu stoppen. Und damit keine Missverständnisse aufkommen: Ein Moratorium ist definiert als ein vorübergehendes Verbot. Aber dieses vorübergehende Verbot hielt nur sechs Jahre und wurde unlängst im Jahr 2015 wieder aufgehoben.

Warum wurde die Entscheidung umgeworfen?

Ein Nashorn-Rancher namens Johan Kruger stellte das Moratorium 2012 direkt in Frage und erklärte, dass das Verbot seine Möglichkeiten, Geschäfte zu machen, massiv behindert habe. Er wurde bald von John Hume, dem weltweit größten privaten Nashornbesitzer, in seiner Lobbyarbeit unterstützt. Die beiden Bauern gewannen, und das vorläufige Verbot wurde 2015 wieder aufgehoben. Es wurden mehrere Versuche unternommen, das Verbot wieder einzuführen, aber sie sind gescheitert.

Die Nashorn-Population befindet sich am Rande des Aussterbens

Vor 2008 lag die Zahl der jährlich in Südafrika verlorenen Nashörner etwa bei 25. Danach stiegen die Verluste auf die enorme Zahl von 1000 pro Jahr. Diese Zahl ist seit 2008 bis in die letzten Jahre konstant geblieben. Tatsache ist, dass diese Zahl ungefähr der Anzahl von Nashörnern entspricht, die in freier Wildbahn geboren werden.

Mit anderen Worten, die Population der Nashörner im Land balanciert nahe am Abgrund und es herrscht die permanente Gefahr, dass die Tiere in freier Wildbahn bis zu ihrem Aussterben gejagt werden könnten. Wie bereits gesagt, wird die große Mehrheit dieser Hörner nach Asien verschifft, wo sie zu enorm hohen Preisen verkauft werden. Man sagt, dass Rhinozeros-Horn auf dem Schwarzmarkt für etwa 53.000 Euro (65.000 Dollar) pro Kilogramm verkauft werden kann.

Was wird dagegen getan?

Das Problem ist der südafrikanischen Regierung und den Naturschützern in der Region durchaus bekannt. Vermutungen zufolge stieg der Wert der Hörner zu der Zeit, als der Handel mit Rhinozeros-Horn illegal war, exponentiell an. Deshalb lag die Vermutung nahe, dass der Wert der Hörner dramatisch sinken würde, wenn der Handel wieder legal wäre, was die Jagd auf die Hörner dann viel weniger lukrativ machen würde.

Die erste legale Online-Versteigerung von Rhinozeros-Hörnern fand Ende 2017 statt. Die Auktion erregte weltweite Aufmerksamkeit, da Aktivisten sogar die Website angriffen und zum Kollabieren brachten. Die Meinungen darüber, ob die Strategie funktionieren wird, scheinen geteilt zu sein.

Das letzte männliche Breitmaulnashorn stirbt

Während der Kampf um das Ausrotten von Nashörnern vor Gericht ausgetragen wird und Online-Versteigerungen von Rhinozeros-Horn die Aufmerksamkeit erregen, ist das letzte männliche Breitmaulnashorn in Gefangenschaft verstorben. Dies markiert das Ende der Spezies; zumindest in ihrem natürlichen Zustand. Zwei weibliche Breitmaulnashörner leben noch und können künstlich besamt werden. Die Spezies ist daher noch nicht ganz ausgestorben, aber sie steht buchstäblich am Abgrund.

Dass eine Spezies so nahe an den Abgrund gedrängt wurde, sollte ein klarer Denkzettel dafür sein, wie wichtig Naturschutz ist. Noch besteht Hoffnung, dass der Handel mit Rhinozeros-Horn bald unter Kontrolle gebracht wird und die Spezies sich wieder fortpflanzen und in den kommenden Jahren zahlenmäßig wachsen kann.

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