#DeleteFacebook – Wie sicher sind Ihre persönlichen Daten?

Wie sicher sind unsere Facebook-Daten?

Kurz nach der Enthüllung des „Datendiebstahls“ bei Facebook durch das Unternehmen Cambridge Analytica, folgte eine Bewegung, die die Facebook-Nutzer dazu aufrief, ihre Konten zu schließen.

Cambridge Analytica ist ein Data-Mining-Unternehmen, das in viele verwerfliche Machenschaften verwickelt war, bei denen Daten missbraucht wurden. Zu diesen Vorwürfen zählen die Beteiligung an Manipulationstechniken während des Brexit-Referendums, zahlreiche politische Ereignisse in Kenia und jetzt auch das so genannte Micro-Targeting bei den US-Wahlen. Durch die Nutzung von Informationen, die man über Facebook-Nutzer gewinnen konnte, waren die Wahlkampfzentralen in der Lage, Designer-Kampagnen zu erstellen, die genau die richtige Ansprache zu genau den richtigen Themen verwendeten, basierend auf den von Facebook gesammelten Informationen, was für die Menschen gerade von Bedeutung war.

Dies geschieht in einer Zeit, in der so viel von unserem Leben digital verwaltet wird, und wir vom Versenden von E-Mails über das Speichern von Bankdaten bis hin zum Spielen von Online-Automaten so viel an unseren Desktop- und Mobilgeräten machen. Aus diesem Grund ist die Frage nach der Sicherheit der Nutzerdaten zu einem wichtigen Thema geworden, selbst vor dem Facebook-Datenleck.

Was stellt Facebook mit Ihren Daten an?

Facebook-CEO Mark Zuckerberg hat Erklärungen und Pressemitteilungen veröffentlicht, in denen er darauf verwies, dass das Unternehmen Untersuchungen durchführe und Maßnahmen ergreifen werde, um die Sicherheit der Daten seiner Nutzer zu verbessern. Im Moment müssen die Nutzer aber ein paar Dinge berücksichtigen. Als Facebook-Nutzer geben Sie Fremden Zugang zu Ihren Informationen, indem Sie diese auf einer öffentlichen Plattform veröffentlichen. Das sind die Kosten für die Nutzung von Facebook und ähnlichen Plattformen, die kein echtes Geld kosten. Ihre Daten werden gesammelt, anonymisiert und dann an Werbekunden verkauft. Auf diese Weise kann Ihnen Facebook eine kostenlose Plattform anbieten. Facebook gibt all diese Informationen im Voraus bekannt, wenn der Nutzer sich anmeldet, aber was Cambridge Analytica getan hat, widerspricht den Nutzungsbedingungen von Facebook.

Die Menschen haben Angst davor, dass ihre Daten gestohlen werden und sie Betrugsopfer werden könnten. Zudem sorgen sie sich um die Sicherheit ihrer Liebsten, wenn beispielsweise die Privatadresse in die falschen Hände gerät. Auch machen sie sich Gedanken um finanzielle Schäden durch Identitätsdiebstahl. Zu guter Letzt will auch niemand hören, dass er manipuliert wurde. Die Nutzer schenken Unternehmen wie Facebook ihr Vertrauen, wenn sie sich auf einer solchen Website anmelden, und sind davon überzeugt, dass das Unternehmen ihre Daten sicher aufbewahren wird. Dabei handelt es sich um dasselbe Vertrauen, das Facebook in Organisationen wie Cambridge Analytica setzt, dass es die Vorgaben des Service-Level-Agreements einhält und auf der Website nichts tun würde, was den Nutzer und damit das Geschäft von Zuckerberg negativ beeinflussen würde.

Hat Facebook es versäumt, seine Nutzer zu schützen?

Theoretisch nein. Facebook hat zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Datensicherheit zu gewährleisten. So hat es beispielsweise auch die Nutzer informiert, wenn sie einer Drittanwendung Zugriff auf ihre persönlichen Daten gestatten. Facebook gibt genau an, wem Sie welchen Datenzugriff ermöglichen, und es gibt eine Funktion, mit der die Nutzer den Zugriff auf Anwendungen Dritter einschränken können. So wird die Kontrolle darüber, wer auf personenbezogene Daten zugreift und wer nicht, eindeutig in die Hände des Benutzers gelegt. Das bedeutet, dass die von Cambridge Analytica gesammelten Benutzerinformationen von jeder Person, die an der Befragung teilgenommen hat, freiwillig zur Verfügung gestellt wurden.

Warum also dann die #DeleteFacebook-Bewegung?

Die Menschen fragen sich jetzt: Wie sicher sind meine Daten? Und die Antwort darauf ist: Sicher, oder besser gesagt, so sicher wie auf jeder anderen Social-Media-Plattform.

Facebook-Sicherheit

Die Facebook-Plattform verfügt über viele eingebaute Funktionen zum Schutz Ihrer Daten, darunter, wie erwähnt, eine Benachrichtigung, wenn Sie einem Drittanbieter den Zugriff auf Ihre Daten ermöglichen. Facebook verwendet die Secure-Socket-Layer-Technologie, mit der alle Benutzerdaten übertragen werden. Wenn Sie also Ihre Anmeldedaten „hochladen“ oder die Chatfunktion nutzen, werden diese Informationen verschlüsselt.

Die Server, auf denen Ihre Daten gespeichert sind, verfügen ebenfalls über Sicherheitsfunktionen, wie z. B. Software, die die Nutzerdaten vor dem Zugriff von Hackern schützt, sei es zum Ausschnüffeln oder aus böswilligeren Gründen. Hinzu kommen Antiviren-Programme, die die Benutzer davor schützen, Opfer von Trojanern und Spyware zu werden. Die Facebook-Server sind so sicher wie nur möglich, angesichts der Menge an Benutzerdaten, die sie schützen.

Es scheint so, als müssten die Benutzer vorsichtiger sein, wenn es darum geht, Fremden den Zugriff auf ihre Daten zu gestatten. Es gibt bestimmte Dinge wie Passwörter, über die der Benutzer die volle Kontrolle hat, und die geschützt werden und ausreichend sicher sein müssen. Die Nutzer müssen sich über Betrügereien und Betrugstechniken selbst informieren und die Pop-ups sowie die Nutzungsbedingungen von Facebook lesen.

Der Datendiebstahl in diesem Fall war im Grunde weder die Schuld von Facebook noch von Cambridge Analytica, und die #DeleteFacebook-Bewegung nichts mehr als eine Kurzschlussreaktion. Vielleicht werden sich viele Menschen zunächst dafür entscheiden, die Social-Media-Website zu verlassen, aber wie die Erfahrung der Vergangenheit zeigt, werden sie entweder wieder zurückkehren oder feststellen, dass andere Plattformen genauso viele, wenn nicht sogar mehr Probleme haben.