Bizarre Kindernamen – Von gewagt bis verboten

Bei der Namenswahl auf Nummer sicher gehen
Quelle: Days of the Year

In einem Land wie den USA hat die Entscheidungsfreiheit einen besonderen Stellenwert in der Verfassung. Sie umfasst sogar die Entscheidung der Eltern über die Erziehung ihrer Kinder. Zum American Way of Life und dem entsprechenden Regierungsstil gehört auch, dass die Leute ihre Kinder so nennen können, wie sie wollen, unabhängig davon, was dies für die psychologische Entwicklung des Kindes bedeutet, und sogar davon, dass bestimmte Namen für bestimmte Kulturen und Minderheiten beleidigend sein könnten.

Ein real existierendes Beispiel hierfür sind die Geschwister Adolf Hitler, Heinrich Hons und JoyceLynn Aryan Nation. Es handelt sich um echte Personen aus einer Familie im Bundesstaat New Jersey, und diese Kinder haben nichts mit dem ursprünglichen Adolf Hitler zu tun. Es ist für Eltern in den USA einfach nur vollkommen legal, ihren Kindern Namen mit Nazi-Thema zu geben. Zugegebenermaßen schockierend und geschmacklos – aber legal.

Das Reich des Bizarren

Die wahrhaft bizarre Natur dieser Art der Autonomie wird deutlich, wenn man sich anschaut, welche Namen Prominente ihren Kindern geben. Lange bevor wir leicht entsetzt darüber waren, dass jemand so scheinbar normales und alltägliches wie Gwyneth Paltrow sich dazu entschied, sein Kind Apple zu nennen, gab es den Fall von Frank und Gail Zappa. Frank und Gail hielten es für vollkommen akzeptabel, ihrer Nachkommenschaft die Namen Diva Muffin, Moon Unit und, als vermutlich unglücklichstem der drei, Dweezil zu geben. Diese Namen klingen, als ob die Zappas eine verrückte Wette mit jemandem abgeschlossen hätten, und wir wetten, dass die Kinder sich wünschen würden, sie hätten weiter Onlinecasino-Spiele gespielt, als sie für den Rest ihres Lebens mit diesen unglücklichen Namen zu belegen.

Kürzlich durften wir auch das neuste Mitglied des Kardashian-Clans mit dem Namen True neben ihren Cousins Saint, Chicago und North kennenlernen. Nicht zu vergessen die Entscheidung der Beckhams für Brooklyn und Romeo und den etwas konventionelleren Harper!

Die Schaffung eines Gleichgewichts

In einigen Ländern ist man der Meinung, dass die Entscheidung über einen Namen nicht allein bei den Eltern liegen sollte. Die Gründe für das Verbot bestimmter Namen sind verschieden, aber im Grunde lässt sich alles zwei Hauptgedanken unterordnen: Das Vermeiden dessen, dass Eltern ihren Kindern Namen geben, die ihnen für den Rest ihres Lebens peinliche Momente bescheren werden, und in einigen Fällen das Schützen und Erhalten des kulturellen Erbes des jeweiligen Landes.

Keine Hänseleien in Frankreich

In Frankreich ist es verboten, einem Kind einen Namen zu geben, der zu lebenslangem Hänseln durch Gleichaltrige und andere führen kann. Beamte, die Geburtsurkunden ausstellen, sind gesetzlich verpflichtet, es behördlich zu melden, wenn sie einen Namen entdecken, der ihrer Meinung nach in diese spezielle Kategorie fällt. Mit anderen Worten muss ein Amtsgericht informiert werden, wenn ein Babyname das Risiko birgt, nicht im besten Interesse des so benannten Kindes zu liegen. Das Gericht entscheidet dann, ob die Bedenken gerechtfertigt sind. In diesem Fall werden die Eltern gerichtlich aufgefordert, einen alternativen Namen für das Kind zu wählen.

Keine Ausnahmen in Deutschland

Was das Verbot bestimmter Namen angeht, hat Deutschland wohl die strengste Gesetzgebnung. Hier gibt es eine enorme Anzahl von Beschränkungen bei der Namensgebung. Wie auch in Frankreich steht der Schutz eines Kindes vor Peinlichkeiten mit auf der Liste. Aber ebenso geschlechtsneutrale Namen, Produktnamen, Namen von Objekten und das Fehlen eines Nachnamens.

Aufgrund der Geschichte des Landes ist es außerdem illegal, ein Kind Adolf zu nennen. Der Grund dafür bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. Darüber, ob Deutschland bei seinen Namensgebungsgesetzen nicht etwas zu streng ist, lässt sich streiten, aber dieses Gesetz dient sicherlich einem Zweck, wenn man die Grausamkeiten bedenkt, die ein Mann wie Adolf Hitler begangen hat. Und welche Auswirkungen ein solcher Name auf das Leben des unglücklichen Kindes, das ihn trägt, haben würde.

Keine Bösewichte in Frankreich

Auch in der Schweiz werden Namen kritisch betrachtet, die ihre Träger in sozialen Situationen in Verlegenheit bringen oder zu Hänseleien führen könnten. In der Schweiz müssen zudem alle Namen von Neugeborenen vorab durch den Standesbeamten genehmigt werden. Interessant an der Gesetzeslage der Schweiz ist, dass auch die Benennung eines Kindes nach einem biblischen Bösewicht zu den Namens-Tabus gehört.

Persönliche Entscheidung

Letztlich ist es aber wichtig, zu erkennen, dass etwas, das manche als exotisch oder abgehoben wahrnehmen, auf andere nicht die gleiche Wirkung haben muss. Wenn es darum geht, ein Kind zu benennen, geht es schließlich vor allem darum, einen Namen zu wählen, der für die Person, die ihn vergibt, eine Bedeutung hat. Zweifellos hat Gwyneth Paltrow also ein echtes Faible für Äpfel!

Quellen: