Wrestling: Publikumsmagnet in Deutschland und der Schweiz

WWE Stars in der Schweiz
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Wrestling ist eine Sportart, die vor allem in den USA und Mexiko sehr populär ist – seit den 1990er Jahren erfreuen sich die ans Ringen angelehnten Schaukämpfe aber auch in Europa immer größerer Beliebtheit. Federführend war hier die WWE (World Wrestling Entertainment), die zu dieser Zeit einen harten Kampf mit der Konkurrenzorganisation WCW austrug. Die WWE – die zu dieser Zeit noch WWF hieß, 2002 aber einen Rechtsstreit gegen die Umweltschutzorganisation WWF verlor und sich umbenennen musste – setzte verstärkt auf ein erwachsenes und internationaleres Publikum, sodass sie sich gegen die WCW behaupten konnte.

In den folgenden Jahren besann sich die WWE zurück auf die ursprünglichen Ansätze des Wrestling und bietet nunmehr familienfreundliche Unterhaltung ohne Drogen, schlüpfrige Kostüme und die in den 90ern oft üblichen Kraftausdrücke. Der meist leidenschaftlich geführte Kampf zwischen Gut und Böse fasziniert insbesondere Kinder, aber auch viele Erwachsene hängen teils aus nostalgischen Gründen noch immer dem Wrestling an.

Die Deutschen bei der WWE: Kurzauftritt und harter Weg an die Spitze

Gerade bei Sportarten, bei denen Athleten aus aller Welt bei Veranstaltungen antreten, tragen Sportler aus dem eigenen Land immer sehr dazu bei, die jeweilige Sportart populär zu machen. Das war zum Beispiel mit Steffi Graf und Boris Becker beim Tennis der Fall, und beim Wrestling ist das nicht anders.

In Deutschland haben vor allem zwei Wrestler dazu beigetragen, den Sport einer breiteren Öffentlichkeit nahezubringen. Zwar hat einer von ihnen, Tim Wiese, nur einen Profikampf für die WWE bestritten. Durch seine vorherige Karriere beim Fußballclub Werder Bremen und seine Auftritte für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft war er allerdings schon vor dem WWE-Kampf sehr bekannt und rückte das Wrestling so ins Rampenlicht. Seinen Kampf konnte Wiese gewinnen, für eine weitere Karriere hätte er jedoch für mehrere Jahre in die USA ziehen müssen, wozu der Bergisch-Gladbacher nicht bereit war.

Beim zweiten deutschen WWE-Star war das hingegen ganz anders: Axel Tischer alias Alexander Wolfe arbeitete sich über mehrere Jahre in unabhängigen Wrestling-Ligen nach oben, bis er 2015 schließlich bei der WWE einen Vertrag unterzeichnen durfte. Tischer verlegte seinen Wohnsitz nach Florida und konzentrierte sich voll auf seine Wrestling-Karriere, die 2017 mit dem Gewinn der NXT Tag Team Championship ihren bisherigen Höhepunkt fand. 2018 wird Tischer erstmals in Deutschland für die WWE antreten – dann schon als Teil des regulären Line-ups beim SmackDown Live.

The Swiss Sensation sorgt für Wirbel bei der WWE

Bei nur zwei bekannten WWE-Wrestlern aus Deutschland könnte man annehmen, dass die Schweiz bei der WWE gar nicht vertreten ist – dem ist aber nicht so. Seit 2011 steht der Schweizer Claudio Castagnoli unter dem Ringnamen Cesaro bei der WWE unter Vertrag.

Castagnoli konnte sich kein halbes Jahr nach seinem Antritt bei der WWE den United States Championtitel sichern, zudem wurde er insgesamt fünf Mal Raw Tag Team Champion. 2014 gewann er außerdem den „André the Giant Memorial Battle Royal“ und holte sich die begehrte Trophäe für diesen Kampf. Beim Raw-Event der WWE in Genf, das im Mai stattfand, war Cesaro zwar nicht Teil des Line-ups, allerdings hat der Wrestler aus Luzern bereits mehrfach gesagt, dass er gerne einmal mit der WWE in die Schweiz kommen würde, um vor seinen zahlreichen Fans zu kämpfen.

Trotz der Abwesenheit von Cesaro war das Raw-Event mit Ronda Rousey, Seth Rollins, Finn Bálor und vielen anderen aber hochkarätig besetzt. Wer also etwas Abwechslung von der Spannung beim Fußball oder am Spielautomaten sucht, der findet bei der WWE mehr als genug Identifikationsfiguren.